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Heinrich-Emanuel-Merck-Schule Darmstadt

„Europaschule – was heißt das für mich als Schüler?“

von Dr. Christine Michel (Europaschulkoordinatorin)


„Wenn Europa Realität werden will,
müssen wir in der Lage sein,
mit uns selbst und mit unseren Brüdern und Schwestern zu leben.“
(Sir Peter Ustinov, 1921-2004)

    
Seit Juni 2010 nimmt die  Heinrich-Emanuel-Merck-Schule am Schulentwicklungsprogramm „Hessische Europaschulen“ teil und wurde dafür zunächst bis zum Jahr 2014 zertifiziert. Warum ist gerade dieses Thema an unserer Schule so wichtig geworden, was ist seit dieser „Titelverleihung“ geschehen, oder...

Was bringt mir das eigentlich? Als Schüler, Kollege, als Schule?

Meiner Meinung nach ist „Europa“ ein einmaliges visionäres Projekt, die Grundlage für Jugendliche, über nationale Grenzen hinweg zu denken und zu leben. Dabei gestalten sie ihre Zukunft, indem sie sich in einem internationalen Umfeld fit machen, sprachlich wie kulturell flexibel agieren und Toleranz und gegenseitiges Verständnis als Grundlage für eine friedliche Zukunft eines geeinten Europas begreifen lernen. Das ist seit Jahren Schwerpunkt der Arbeit an der HEMS. Deswegen wurden wir mit dieser Ernennung ausgezeichnet.
Einer der Gründe, warum unsere Bewerbung erfolgreich war, ist die große Zahl an Aktivitäten an unserer Schule, die Schüler beispielsweise seit 2000/2005 mit unseren Partnerschulen in Frankreich, Tschechien, Spanien, die Türkei, Österreich, der Slowakei, Italien und Polen vernetzen. Dies lief bislang über Projekte der EU wie Comenius und Leonardo. Neben diesen bestehenden Projekten, die mit einem Volumen von insgesamt ca. 60.000 Euro innerhalb von zwei Jahren Schülern, Kollegen und Ausbildern inhaltlich spannende und interkulturell bereichernde Austauschmöglichkeiten boten bieten, sind an dieser Schule jetzt pro Jahr ca. 20.000 Euro zusätzlich zur Verfügung, um weitere Projekte zu realisieren. Doch das sind Zahlen, was heißt oder hieß das im Schuljahr  2010/11 für unsere Schüler?
Es wurden und werden

  • Im BG zusätzliche Bücher für ein Leseprojekt in Englisch angeschafft, Besuche von Theaterworkshops finanziell unterstützt
  • In der FOS die Studienfahrt in die Toskana (FOS) für drei Klassen subventioniert
  • Zur Konsolidierung unserer Partnerschaft mit der IES Vall d´Hebron in Barcelona im Rahmen einer Studienfahrt Geldmittel zur Verfügung gestellt
  • Eine Klasse erhielt kostenlos Portfolios, um als Pilotklasse dieses Medium lebenslangen Lernens zu erproben und an der Schule mit zu entwickeln
  • Das Methodenlernen im Fach Geschichte wird mit zusätzlichen Mitteln gefördert
  • die Arbeit an einem Film über die Bedeutung des Holocaust mit einem Filmemacher wurde bezuschusst, eine Ausstellung über eine ehemalige Schule in Darmstadt wurde mit zusätzlichen Mitteln versehen
  • In der BFS wird eine dreitägige Fahrt „Markt der Kulturen“ den Schülern den Austausch über ihre Herkunftskulturen ermöglichen


Und mehr noch: Es konnte über diese Mittel eine Fahrt nach Istanbul zweier Kollegen ermöglicht werden, anlässlich der unser Partnerschaftsvertrag mit der dortigen Partnerschule unterzeichnet wurde, eine Grundlage für nachhaltigen, langfristigen Austausch, zum Beispiel in Form von Praktika. Eine Klasse der BS- IT fuhr nach Wien, um die Partnerschaft mit dieser Schule zu initiieren. Lehrergruppen fuhren zu einer Schule nach Kassel, um gegenseitige Schulentwicklungsvorhaben innerhalb einer Peer-to-Peer- Evaluation auszutauschen.
Fazit: Mit diesen Geldern wird der Schule mehr Raum gegeben, sich zu entwickeln, Lehrer erhalten neue Fortbildungsmöglichkeiten, arbeiten und vernetzen sich in Teams, dadurch können neue Projekte/ Methoden wirken.

Was passiert dieses Schuljahr noch?

Europaschulen organisieren während der Europawoche im Mai spezielle Veranstaltungen für Schüler. Dieses Jahr wird am 9.05. eine Veranstaltung zu „Was bedeutet Europa für mich?“ mit Workshoparbeit und einer Podiumsdiskussion mit Politikern ermöglicht, am 11.05. folgt unser Schulfest, welches nun im Rahmen des Jahresthemas „Europa braucht Freiheit, Vielfalt, Neugier“ mit dem Schwerpunkt Stadtentwicklung versehen wird.

Wie geht es weiter?

Mitte Mai 2011 werden von den Kollegen neue Projekte eingegeben werden können –gefördert werden die Europäische Dimension und interkulturelles Lernen, das selbstständige Lernen und Methodenlernen, Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung – letztlich aber einfach nur: SIE!
Wir freuen uns auf neue Projekte, auf die Stärkung und den Ausbau des Bestehenden und hoffen, dass möglichst viele Schüler und Kollegen von dem Schulentwicklungsprogramm profitieren werden.